Konzert / Istanbul, Belgrad, Berlin
ORT Yppenplatz
TERMIN Samstag, 16. Mai, 18 Uhr
Eintritt frei
MIT Ilegalne Emocije (Serbien), Ayben (Türkei), DJn İpek (Türkei / Deutschland)
(aus dem Programm der Wiener Festwochen 2009)

Jetzt haben mich die letzten Wochen SchülerInnen im Unterricht auf die Idee gebracht, mal was über Sprache und Humor in der Interkulturellen Kommunikation zu lesen … und jetzt dieser Film!
Hier ein guter Artikel über GRAN TORINO als “Mediation über Sprechakte” … hmm …
(…) Theorie brauchen sie (hier: Menschen unterschiedlicher Religionen im Iran) eigentlich nicht. Wozu, wenn man miteinander lebt, muss man dann den anderen fragen, woran er glaubt und aus welchem Grund er glaubt; weil der Glaube ist doch wohl für jeden eine sehr persönliche Sache … ich muss sagen, ich sehe das nicht als notwendig, wenn man gut miteinander leben kann, das man dann auch vordergründig über den Glauben miteinander redet. (…)
(Sternstunde Religion: Interreligiöser Dialog im Schatten des Nahostkonfliktes – Eine Muslimin, ein Jude und eine Christin im Gespräch; und zwar: die christliche Theologin Viola Raheb (Palästinenserin), die islamische Theologin Hamideh Mohagheghi (Iranerin), der Rabbiner Tovia ben Chorin (Israeli).
Irgendwie ein schönes Gespräch; und zwar gerade weil man sieht wie schwierig es ist miteinander zu reden … Der Versuch von Viola Raheb immer wieder die Genauigkeit ins Spiel zu bringen, sich genau anzusehen aus welcher Perspektive man etwas betrachtet, zu reflektieren wovon man genau redet, das ist schon immer wieder ein wichtiger Hinweis. Interessant dabei auch ihre Position als Theologin und ihre Forderung, dass Vertreterinnen von Religionen sich auch die Hände “schmutzig” machen müssen, sprich: zu Wort melden, wenn es darum geht, dass etwas “im Namen der Religion” passiert, was eher politisch oder ideologisch motiviert ist.
Auch die realistische Sicht von der islamischen Theologin Hamideh Mohagheghi gefällt mir : Dialog hat seine Grenzen. Punkt. (…und trotzdem)
Ein Freund hat nach einem Aufenthalt in Istanbul (die legendäre Kunstfigur) Zeki Müren “mitgebracht”, danke E.!
Wow, endlich hab ichs geschafft Audio Files raufzustellen. Thanks a lot to WordPress – Support!!!!!
Akademische Abschlußarbeiten — Das Bilderverbot im Islam (1) + (2)/ Franz Wimmer / 13.02.2006
Franz Wimmer spricht mit Almir Ibric über das sogenannte islamische Bilderverbot – über dessen Bedeutung, Hintergründe und Praxis in modernen Gesellschaften. Gesendet am 25.01.2006.
Sternstunde Philosophie: Islamisches Recht in Europa? – Die Zürcher Professorin Andrea Büchler im Gespräch mit Roger de Weck.
Mein schlechtes Gedächtnis verbietet mir leider immer wieder den Zugriff auf die mir doch recht schlüssigen Erklärungen von Diedrich Diederichsen in seinem Buch “Politische Korrekturen” (1996) der ach-so-oft gebrauchten Formulierungen: PC, Gutmensch, wenn ich sie brauche. Also, hier – für mich – mal zumindest ein paar Gedanken von Herrn Diederichsen.
Triviale und nichttriviale PC
(…) In diesem Sinne kann man auch zwischen einer trivialen und einer nichttrivialen Gebrauchsweise von Sprachregelungen unterscheiden. Die triviale wäre die Ersetzung einer Bezeichnung durch eine Euphemismus bei weitgehender Erhaltung ihrer Bedeutung, also der Fall, der den üblichen Ridikülisierungen von PC als Vorlage für endlose und zahllose Varianten über Ausdrücke a la “vertically challenged” für “kleinwüchsig” zugrunde liegt. (…)
Ein nichttrivialer Gebrauch von Sprachregelungen und anderen symbolisch-politischen Strategien verändert tatsächlich die Semantik, etwa vom anthropologisierenden “Negro” zum genealogisch historischen “Afro-American” oder noch deutlicher “African American”.
(…) geht es bei PC um ein Agieren auf der Grundlage situativer Analyse von Machtverhältnissen und darauf gegründeter Parteilichkeit. Offenlegender Humor teilt mit PC die richtige Einschätzung, daß politische und Machtverhältnisse nicht einfach verschwiegen, sondern von einem Geflecht euphemistischer Redeweisen, Generalisierungen, bestimmter Sprechakte und institutionalisierter Alibikritik unkenntlich gemacht werden. (…) Vielleicht ist das eines der entscheidenden sprachkritischen Anliegen von einer positiv gedeuteten PC: ein Sprechen zu entwickeln, das (…) von Verhältnissen spricht.
(noch in Arbeit)
Was in aller Welt hat Michel Foucault mit Darwin zu tun?
Philipp Sarasin: (…) ”Er setzt an diversen Stellen seines Werks den Namen Darwin ein, um die Zufälligkeiten, das Diskontinuierliche, das Sprunghafte von Geschichte zu beschreiben. Und er nennt seine historische Methode genauso wie Darwin: die Genealogie. Das heißt, das Zurückschauen; woher kommt eine bestimmte Erscheinungsweise: der moderne Staat, eine Nation, das moderne Subjekt oder unser Konzept von Sexualität, … Da sagt Foucault, das sind nicht Wesenheiten, die stabil sind durch die Geschichte hindurch, sondern die sich aus zufälligen, völlig kontingenten Umständen so ausgebildet haben. Und ich muss als Historiker rekonstruieren, aus welchen Konflikten heraus und welchen Abhängigkeitsverhältnissen im Laufe der Zeit über zufällige Stufen sich das heutige Erscheinungsbild herauskristallisiert hat.” (…)
